Sonntag, 29. Juli 2012

Klar Schiff

Teil unseres sommerlichen Renoviermarathons war gnadenloses aussortieren von angehäuften, aber wenig genutzten Besitztümern.

Das Ziel: mehr Platz für die Dinge, die einem wirklich wichtig sind.

Ich habe leider ein sehr ausgeprägtes "Das-kann-ich-sicher-noch-mal-gebrauchen"-Syndrom. Und ich hänge an Dingen: Erinnerungen oder einfach nur schön anzusehn. Erschwerend kommt noch dazu, dass ich dauernd Neues ausprobieren mag und mich für fast alles begeistern kann.

Ende letzten Jahres hat sich dann bei mir das Gefühl absoluten Stillstands wegen Übersättigung eingestellt. Nicht nur bei Dingen. Auch Angewohnheiten. Einmal komplett. Seitdem hab und mach ich weniger von allem. Wirklich allem. Wie beim Fasten: erstmal komplett mit allem aufhören, klar Schiff machen, und dann sehen, was eigentlich gut für einen ist und was vielleicht nur den Anschein macht.

Ich stelle mir jetzt die Fragen: Wohin soll die Reise eigentlich gehen? Ist das ein Schritt in diese Richtung? Bringt mich das wirklich weiter? Lenke ich mich vielleicht nur ab, weil es auf meinem Weg gerade etwas schwierig wird?
Oft fällt einem die Entscheidung leicht. Man trifft sie, und vermisst nichts.
Oft ist es auch sehr schwierig. Und ein Prozess. Und man erwischt sich selbst, wie man in alte Muster verfällt. Und muss es neu versuchen.

Zum Beispiel die Sammlung analoger Spiegelreflexkameras, die mir zufällig in die Hände fiel. Da jubelte sofort alles in mir: Super! Ausprobieren! Analog ist doch eh viel schöner als digital, fast wie handgemacht! Wollte ich mich doch schon immer mal mit befassen! 

Hat dann ja fast auch nur ein Jahr gebraucht, die Kameras mal auszuprobieren. Und die Bedenken, die sich damals schon in der hintersten Ecke meines Kopfes befanden, haben sich bewahrheitet: ständig jede einzelne Einstellung kontrollieren, um ein wirklich gutes Ergebnis zu bekommen, will ich das wirklich? Das Bild erst Tage später anschauen können, ist es das Wert?
Und dann die Praxis: warum löst sie nicht aus!?! Ah, schon wieder vergessen den Film weiterzuspulen... Ist die Batterie wirklich schon wieder alle... Der verdammte Sucher, ist das jetzt scharf oder nur nah dran?

Und jetzt? Daran festhalten?
Weiter probieren, Erfahrungen sammeln, besser werden?

Oder weitergehen?


Und werde ich mich irgendwann so gut kennen, dass es leichter wird? 

1 Kommentar:

  1. Öhm. Weitergehen. Ich muss hier auch mal endlich meinen Film zu Ende durchknipsen. Und dann lernen, mich zu trennen. Es wird schwer. Aber es befreit für Neues :.)

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