Mittwoch, 7. Juli 2010

Decke drüber

Seit ein paar Monaten ist alles seltsam, stressig und nervenaufreibend. Irgendwie bin ich nun zu dem Schluss gekommen, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um mit einem neuen komplexen, zeitaufwendigen, unüberschaubaren, platzfressenden Projekt anzufangen.

Seit ein paar Jahren steht das Buch Quilt: Patchwork & Applique in meinem Schrank und ab und zu hab ich mir die Bilder angeschaut, habe die Anleitungen überflogen und es wieder weggestellt, hübsch, aber viel zu kompliziert. Eine Decke hatte es mir immer besonders angetan, weil sie einfache geometrische Patchworkblöcke mit naiven Applikationen verbindet und was zu sticken gibt es auch noch. Sie hat etwas klassisches und zugleich modernes und sieht nicht so super ernstgemeint wie viele andere Quilts aus. Zudem ist sie deutlich kleiner als alle anderen Decken in dem Buch und erscheint noch am ehesten "machbar":
Meine Geschichte ist jetzt, dass ich sie gut als Schutz für meinen Sessel gebrauchen kann und deswegen nähe ich sie jetzt halt. Kann ja so schwierig nun auch wieder nicht sein.

Am Sonntag habe ich also angefangen Stoffe auszuwählen, zu waschen und zu bügeln. Für die Bordüre benutze ich alte Baumwolldruckstoffe, die ich mal aus Amerika geschickt bekommen habe und auch für einen solchen Zweck gedacht hatte. Für den Uni-Stoff nehme ich ein IKEA Baumwollbettlaken und ich plane ein Baumwollvlies zwischenzufassen, das muss ich aber noch besorgen.
Am Montagabend habe ich dann mit dem schneiden der Baumwolldruckstoffdreiecke für die Bordüre begonnen.
Am Dienstag hatte ich dann alle Blöcke fertig und konnte die Bordüren zusammennähen. Ich habe die Vorlage abgewandelt und benutze für alle Bordüren Quadrate, die aus 4 Dreiecken zusammengesetzt sind. Das ist bunter und chaotischer ergo besser.
Die Eckquadrate aus dem Unistoff sind auch fertig und angenäht. Für das Zuschneiden des Innenteils brauchte ich dann schon zwei Anläufe, weil ich die Maße aus dem Buch übernommen hatte, mit denen meine Arbeit aber schon nicht mehr übereinstimmt. Außerdem arbeite ich überhaupt nicht gerne mit Stoffstücken, die eine Seitenlänge von 80 cm überschreiten. Immerhin habe ich es geschafft, die beiden Längsbordüren anzunähen, musste aber auch eine wieder abtrennen, das Mittelteil nocheinmal um zwei Zentimeter kürzen, und dann wieder annähen, weil die Kanten der anderen beiden Bordüren einfach nicht passen wollten. Für Fotos war es danach zu dunkel. Solltet ihr nichts mehr von diesem Projekt lesesn, habe ich vermutlich aufgegeben.

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